Mord durch Cannabis induzierte schwerwiegende psychische Störung

Auf einem Blog ist zu lesen: «Hallo. Ich mache mir grosse Sorgen. Ein guter Freund von mir kifft regelmässig schon fast jeden Tag!! Er dreht oft sehr durch und ist sehr aggressiv und flippt bei den kleinsten Sachen schon total aus».

Am 16. Juni 2015 erstach ein 33-jähriger Mann seinen Vater. 27-mal stach er seinem Vater in die Brust, Hals und Kopf. Der Täter wurde gefasst und gibt die Tat zu.

Als der Täter Mitte August 2018 vor Gericht gestellt wurde, plädiert der Staatsanwalt auf schuldunfähig. Grund: Der Angeklagte sei zum Tatzeitpunkt nicht in der Lage gewesen, das Unrecht seiner Attacke einzusehen.

Laut Psychiatern tötete der Angeklagte im Wahn. Als Auslöser der psychischen Störung sehen sie den langjährigen Cannabis-Konsum. Laut Anklage konsumierte der Angeklagte vor der Tat täglich einen Joint. Die Hanfpflanzen baute er teilweise selbst an. Das Urteil steht noch aus.

Rettet ihn das Kiffen am Ende vor dem Knast?

So ein Urteil wäre verheerend. Konsequenterweise müsste man in Zukunft einen Alkoholiker, der mit seinem Auto Leute zu Tode fährt, freisprechen. Denn auch er ist aufgrund seiner psychischen Störung nicht in der Lage das Unrecht seiner Tat einzusehen.

Das ist keines Wegs ein Einzelfall. Verschiedentlich stösst man auf Berichte wie zum Beispiel im «Focus Online»: «Kriminalbeamte warnen: Cannabis macht aggressiv».

«In der Vorstellung vieler Menschen sind die Konsumenten von Cannabis eher ruhig, geradezu verträumt und lächeln friedlich vor sich hin. Die häufig mit Hippies in Verbindung gebrachte Droge macht, einer aktuellen Studie zufolge, aber gar nicht so ruhig. Der gegenteilige Effekt trete beim Kiffen viel häufiger auf», so die Forscher. Die Konsumenten werden laut, zeigen sich aggressiv und sind viel eher zu Gewalttaten bereit.

Die Wissenschaftler untersuchten 1.136 Probanden, die in psychiatrischen Einrichtungen waren. Die Männer waren im Schnitt 30 Jahre alt und verteilten sich auf drei verschiedene Einrichtungen. Durch diese Streuung sollte vermieden werden, dass die Behandlungsschritte nur einer Betreuungsanstalt zu stark ins Gewicht fallen.

Regelmässiges Kiffen fördert Gewaltbereitschaft

Die Teilnehmer wurden nach ihrer Entlassung über zwölf Monate hinweg regelmässig zu ihrem Drogenkonsum und zum Thema Gewalt befragt. Es zeigte sich, dass die Anzahl an Konflikten stieg, je mehr ein Teilnehmer mit Cannabis in Kontakt kam. Wer regelmässig kiffte, dessen Gewaltneigung war um 71 Prozent erhöht.     Paradisi.de