Cannabis ist gesund! Wirklich?

Immer häufiger kann man in den Printmedien, dem Internet und im TV erfahren wie gesund Cannabis sein soll. Auf einer Internetseite der Drogenlegalisierungsbefürworter werden zum Beispiel 19 «wissenschaftliche» Begründungen aufgeführt, warum man täglich Cannabis konsumieren soll. Wenn es nicht so ein ernstes Thema wäre, könnte man bei diesen Begründungen lauthals lachen. Dabei gibt es auf diesen angeblichen wissenschaftlichen Studien keinen einzigen Hinweis oder Anmerkung wo man diese Studien nachprüfen kann. Ebenfalls nicht, wer diese «Studien» gemacht haben soll (und wann). Wenn man die ersten Begründungen gelesen hat, kommt einem die Erkenntnis, dass es typische Aussagen sind, die man immer wieder von cannabissüchtigen Menschen hört. Oder von Drogenbefürworter, die aus persönlichen Interessen die Drogenkonsumenten rezitieren. Es ist geradezu eine schon einmal dagewesene Propaganda.

 Die Geschichte wiederholt sich angeblich. So geschah es im letzten Jahrhundert, dass sogar Ärzte, Zahnärzte und Krankenschwester für Zigaretten Werbung machten und den Leuten empfahlen zu rauchen. Auf Plakate, in Zeitschriften und sogar im TV.

Schon damals wussten Forscher und auch Ärzte, dass Zigaretten schädlich für Lungen und Herzkreislauf sind. Und trotzdem ist es geschehen. Die Tabakindustrie hat grosszügig lobbyiert und geschmiert. Genau wie heute die Drogenproduzenten. Wie nicht anders zu erwarten, gab es durch den Tabakkonsum eine Epidemie. Es brauchte einen Jahrhundertprozess vor Gericht.

Im August 2006 war es dann soweit. Die führenden Tabakkonzerne Philip Morris, R.J. Reynolds, British American Tobacco, Liggett und Lorillard, sowie die von ihnen gegründeten tabakbezogenen Handelsorganisationen, das Tobacco Institute und das Council for Tobacco Research, wurden am 17. August 2006 für schuldig befunden, durch ihre Marketingmethoden Minderjährige zum Rauchen zu verführen, die Gesundheitsrisiken des Tabakkonsums zu verschweigen, die Unschädlichkeit und Unbedenklichkeit des Zigarettenrauchens zu suggerieren und Forschungsergebnisse zu fälschen und zu vertuschen. Neben einer Geldstrafe wurden in dem Urteil auch einschneidende Auflagen verfügt, die Restriktionen der Marketingmassnahmen und Offenlegungen vormals interner Dokumente beinhaltete.

Kommt das Ihnen bekannt vor? Eigentlich schon. Diesen letzten Paragrafen könnte man kopieren und mit Cannabis, statt Zigaretten, einfügen. Diese Parallelen vom Tabak, die Verheimlichung der Nebenwirkungen und die grossflächige Augenwischerei durch Werbung ist heute beim Cannabis frappant.

Aber wirken die Inhaltsstoffe der Cannabis-Pflanze auch ausreichend, wenn es darum geht Krankheitssymptome zu lindern? Die Bilanz, die Winfried Häuser jetzt im Deutschen Ärzteblatt zieht, fällt recht ernüchternd aus. Der ärztliche Leiter des Schwerpunkts Psychosomatik, an der Klinik für Innere Medizin des Klinikums Saarbrücken, schreibt: «Von 750 einschlägigen Veröffentlichungen in medizinischen Fachzeitschriften zum Thema, die zwischen 2007 und Anfang 2017 erschienen sind, erfüllten nur 11 die Anforderungen an gute klinische Studien». Häuser und Kollegen fanden keine ausreichenden Belege dafür, dass Arzneimittel auf der Basis von Cannabis gegen Schmerzen von Krebs- und Rheumapatienten und gegen Beschwerden des Verdauungstrakts helfen.

Muss es heute wieder soweit kommen? Zigtausend Menschen drogensüchtig und unzählige Drogentote. Braucht es in etwa 20 Jahren wieder einen Jahrhundert-Prozess um die Menschheit aufzurütteln und Drogen ein für alle Mal zu verbieten?