Opiat-Epidemie auch in die Schweiz?

Im Schnitt sterben jeden Tag 91 Amerikaner an einer Überdosis Opioide. Millionen Amerikaner sind süchtig. Dabei betrifft die Drogenepidemie nicht nur Heroin-spritzende Junkies in Großstadtghettos, sondern auch die weiße Mittelschicht in adretten Vororten. Es sind nicht nur Drogendealer die diese Opioide, wie Fentanil, verkaufen. Die meisten Opioide wurden von den Ärzten an ihre Patienten verschrieben und verbreitet. Die US-Regierung will in diesem und im nächsten Jahr insgesamt 6 Milliarden Dollar in den Kampf gegen die sogenannte Opiat-Krise stecken.
 
Wie bei Thassodotcom zu lesen ist, gibt es Anzeichen, dass auch in der Schweiz eine Opiat-Epidemie, ähnlich wie in den USA, möglich ist. Es gibt ernsthafte Anzeichen dafür. Erstmals hat eineStudie eines Forscherteams, mit der Erstautorin Maria M. Wertli, aufgezeigt, wie in der Schweiz eine eklatante Zunahme von Opiat-haltigen Schmerzmittel-Verschreibungen, in der Zeitspanne von 2006 bis 2013, eingetreten ist. Das heisst, Schweizer Ärzte verschreiben immer häufiger sehr starke Schmerzmittel wie Fentanyl. Fentanyl ist ein synthetisches Opioid, das als Schmerzmittel in der Anästhesie, sowie zur Therapie akuter und chronischer Schmerzen bei Erwachsenen und Kindern, welche nur mit Opioidanalgetika ausreichend behandelt werden können, eingesetzt wird (Wikipedia).
 
In der Schweiz und vielen europäischen Ländern fehlten bislang erfasste Daten über Verschreibung von starken Opiaten. Die breit angelegte Studie des Inselspitals Bern und der Universität Zürich liefert nun zum ersten Mal überhaupt konkrete Zahlen. Allerdings primär die Schweiz betreffend. Ein Forschungsteam um die Wissenschaftlerin Maria M. Wertli konnte, mit Hilfe von Kundendaten der landesweit grössten Krankenversicherung Helsana, nachzeichnen, wie sich die Zahl der Rezepte für starke Opiat-Schmerzmittel, zwischen 2006 und 2013, mehr als verdoppelt hat. Nicht mitgerechnet haben die Forscher jene Krankenversicherten, die im Rahmen einer Suchtbehandlung opiathaltige Ersatzmedikamente, wie Methadon, beziehen. Je nach Kanton stellten die Wissenschaftler grosse Unterschiede bei der Verschreibungspraxis fest: Einen auffällig hohen Anstieg gab es in Freiburg (+270%), im Jura (+260%), in Uri (+220%), Basel-Stadt (+219%) und Schaffhausen (+201%). Wie erklärt sich dieser Zuwachs? Verschreiben Schweizer Ärzte die stark abhängig machenden Präparate zu wenig restriktiv? Droht eine Epidemie wie in den Vereinigten Staaten?
 
In dieser Woche jährt sich der Tag, an dem der amerikanische Popstar Prince tot aufgefunden wurde. Nach letzten Erkenntnissen starb der Musiker an einer Überdosis Fentanyl. Dabei ist Fentanyl ein verschreibungspflichtiges, opiathaltiges Schmerzmittel, welches mehr als hundert Mal so potent wie Morphin wirkt. Prince war einer von Zehntausenden, die in den Vereinigten Staaten jedes Jahr an einer Überdosis Opiate sterben. Oft beginnt der Konsum mit einem Arztrezept und endet in der Sucht. Behörden und Fachleute sprechen von einer Epidemie.
 
Von Edy Ender

 

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